MPU: Was ist das?

Wozu ist eine MPU gut?

MPU ist die Abkürzung für Medizinisch-Psychologische-Untersuchung. Es ist dem Namen nach eine Untersuchung die medizimische und psychologische Anteile hat. Sie wird von Medizinern und Psychologen durchgeführt. Zweck dieser Untersuchung ist die Begutachtung der Fahreignung einer Person. Bei der MPU soll geklärt werden, ob die Person zum Führen eines Kraftfahrzeugs im öffentlichen Straßenverkehr geeignet ist, oder ob es medizinische und psychologische Gründe gibt, die eine Fahreignung dieser Person ausschließen.

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Warum muss man zur MPU?

Wird jemand von der Führerscheinstelle zur MPU aufgefordert, hat das folgende Ursache: Die Beamten zweifeln daran, dass diese Person zum Führen eines KFZ im öffentlichen Straßenverkehr geeignet ist und sie weigern sich ihr eine Fahrerlaubnis zu erteilen. Gründe für diese Zweifel gibt es verschiedene. Einerseits sind es medizinische Gründe wie körperliche und geistige Beeinträchtigungen oder Krankheiten wie Epilepsie die Anlass zu einer MPU geben können. Auch psychiatrische Störungen wie Schizophrenie lassen an der Fahreignung zweifeln. Ich denke diese medizinischen Gründe sind nachvollziehbar, denn blinde und demente Autofahrer sind ein Risiko und auch einen epileptischen Anfall oder psychotischen Schub eines Autofahrers möchte niemand miterleben.

Charakterliche Gründe für die MPU

Andererseits gibt es charakterliche Gründe für die Zweifel an der Fahreignung. Diese liegen bei problematischem Alkohol- und Drogenkonsum oder bei andauernden Verstößen gegen Verkehrsregeln vor. Aber auch strafrechtliche Verurteilungen aufgrund hoher Aggressivität und Gewalttätigkeit lassen an der Fahreignung zweifeln. Personen bei denen solche charakterlichen Gründe vorliegen sind also auffällig geworden und die Führerscheinstelle hat davon Kenntnis. Dabei wird davon ausgegangen, dass auf jede entdeckte Auffälligkeit ein vielfaches an unentdeckten kommt. Auch die charakterlichen Gründe für die MPU sind nachvollziehbar, denn Fahrern im Rausch, notorischen Rasern und Dränglern oder agressiven Gewalttätern möchte man im Straßenverkehr nicht begegnen.

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Im Zweifel für die Verkehrssicherheit

Da das Recht der Allgemeinheit auf körperliche Unversehrtheit dem Recht des Einzelnen auf Automobilität stets übergeordnet ist, weigert sich die Führerscheinstelle bei dem Verdacht der charakterlichen Ungeeignetheit einer Person, dieser eine Fahrerlaubnis zu erteilen. Wurde jemand unter Alkoholeinfluss im Straßenverkehr angetroffen, ist irgendwie mit Betäubungsmitteln auffällig oder in verkehrsrelevanten Bereichen strafrechtlich verurteilt worden, dann hat diese Person schlechte Karten. Normalerweise würde sie nie wieder ein Kraftfahrzeug im öffentlichen Straßenverkehr führen dürfen. In den meisten Ländern der Welt ist es tatsächlich so und man hat sein Recht auf Automobilität lebenslang verwirkt. Denn es gilt immer: im Zweifel für die Verkehrssicherheit.

MPU als Chance die Zweifel auszuräumen

In Deutschland hatte man die Idee, dass Menschen ihren Charakter ändern können. Wenn eine Person zu einem Zeitpunkt charakterlich nicht zum Führen eines KFZ im öffentlichen Straßenverkehr geeignet ist, muss das nicht für immer so sein. Deshalb hat man die Möglichkeit eingräumt, die Fahreignung von Fachleuten prüfen zu lassen und sie von der Veränderung des Charakters und der Wiedererlangung der Fahreignung zu überzeugen. Bei einer MPU hat man die Gelegenheit freiwillig und auf eigene Kosten einen anerkannten Gutacher mit der Begutachtung seiner Fahreignung zu beauftragen. Die MPU ist nicht etwa eine lästige Strafe für begangene Delikte, sondern eine Chance die Zweifel der Führerscheinstelle auszuräumen.

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